Van 25 tot en met 28 juni van 8:00-15:00 geeft Rozalie Hirs een serie Creative Writing workshops aan leerlingen van de Theodor-Heuss-Schule, Berlijn, Duitsland. Het lesprogramma is onderdeel van Kunstwelten, georganiseerd door de Akademie der Künste, Berlin.
Zie ook de recensie over een eerdere aflevering van Kunstwelten:

Anderer Umgang mit Sprache

Von Caroline Berthot
Wolfen, Mitteldeutsche Zeitung, 05.06.2008

Ihre Erfahrungen rund um Verse gab die gebürtige Niederländerin Rozalie Hirs nun anlässlich der “Kunstwelten” in einer Lyrikwerkstatt im Wolfener Kulturhaus an Schüler vom Heinrich-Heine-Gymnasium Wolfen weiter.

Kunstwelten

Assoziativ und intuitiv – so sollen die Gedichte entstehen, doch um derart arbeiten zu können, bedarf es zunächst einer Annäherung an das Thema. “Der Motor muss erstmal in Gang kommen”, meint Rozalie Hirs und lässt die Zehnt- und Elftklässler zum Beginn über ihre Vorstellungen und Gedanken zu Gedichten beziehungsweise deren Entstehen berichten. Der Klang der Verse, also Reim und Rhythmus ist für die Schüler ebenso von Bedeutung wie der Anlass, ein Gedicht zu schreiben – Erlebnisse, sowohl positiver als auch negativer Art, zu verarbeiten, bestimmte Gefühle zum Ausdruck zu bringen.

Ehrlicher Prozess

Für die 17-jährige Judith ist dichten ein ehrlicher Prozess: “Wenn man nicht das schreibt, was man wirklich denkt und fühlt, dann kann man sich nicht weiterentwickeln, sich nicht verändern.” Begeistert greift Hirs diesen Punkt auf und fügt hinzu: “Nur wenn Gedichte ehrlich sind, dann erst erzeugen sie eine Erfahrung, die auch den Leser verändern kann.” Schließlich gehe es in der Lyrikwerkstatt auch darum, durch das Dichten, sich selbst besser kennen zu lernen, Unterbewusstes vielleicht ans Licht zu bringen. Daher bevorzugt sie ein assoziatives Vorgehen. So wird ein Gedanke oder Motiv in die Mitte gestellt – zum Beispiel eine Farbe – und anschließend Assoziationen zu diesem Begriff gesammlet, aus denen dann ein Gedicht entsteht. “Es geht dabei um eine gewisse Freiheit der Gedanken und Gefühle, die natürlich auch frei geäußert werden sollen”, so Hirs.

So auch bei der “écriture automatique”, einer Art des Dichtens, die zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts von André Breton ersonnen worden ist. Dabei geht es darum, frei von der Leber weg, ohne einen Gedanken an Grammatik, Syntax oder Logik, Dinge niederzuschreiben, die einem in den Sinn kommen. Das Ergebnis kann in den besten Fällen bereits ein Gedicht sein oder muss erst noch zu einem gemacht werden.

Palette an Techniken

In der Lyrikwerkstatt kommen aber noch eine ganze Reihe an Techniken mehr zum Einsatz: Formgedichte, bei denen zum Beispiel ein Gedicht über einen Schlüssel in Form eines Schlüssels entstehen. Klanggedichte, die nur mit einem oder zwei Vokalen operieren. Traumgedichte, Werbeslogans, die Palette ist unheimlich breit. Fünf Minuten Zeit ein Gedicht zu schreiben, das Ganze achtmal – das erinnert schon an Sportübungen. Besonders witzige Ergebnisse erzielt man einerseits mit der Herangehensweise “Schreibe das schlechteste Gedicht, was du dir vorstellen kannst” oder auch mit der so genannten homophonic translation. Hier werden fremdsprachige Gedichte – französisch, spanisch, italienisch, englisch etc. – nur nach dem Klang übersetzt.

Eigene Dichtereien

Die meisten der 14 Werkstatt-Teilnehmer haben sich bereits in der Schule am Gedichte Schreiben versucht, einige auch privat. So wie Leo, der zum Erstaunen aller meint: “Sonette gehen am schnellsten, vor allem im Englischen.” Andere gehen einen Schritt weiter und schreiben Songtexte für Bands, in denen sie selbst singen. Doch derart experimentell, wie die Schüler in dieser Woche Verse zu Blatt gebracht haben, kannten es die wenigsten. Bei den Wolfener Gymnasiasten besonders beliebt: Radiergedichte, wo aus einem Ursprungstext – Gedichte, wissenschaftliche Texte oder auch, wie bei Elftklässlerin Katja der Fall, ein Artikel aus der MZ – nur wenige Worte rausgepickt werden, mit denen dann ein neues Gedicht entsteht.

Die Ergebnisse der Lyrikwerkstatt sollen später im Internet veröffentlicht werden. “Damit die Leute sehen, was hier in dieser Woche geschaffen wurde”, meint Rozalie Hirs, “immerhin sind wirklich gute Sachen dabei rausgekommen.”

Datum: 2014-06-25
Tijd: 8:00
Locatie: Theodor-Heuss-Schule, Stephanstrasse 2, Berlijn, Duitsland
KUNSTWELTEN, Akademie der Künste, Berlin, Duitsland